
Fallout 76 (PC)
Buy GameFallout 76 – Community-Spotlight: Shia
Fallout 76 (PC)
Buy GameSeit sich das Tor von Vault 76 öffnete, überlebt Shia das Ödland von einem Tag auf den nächsten.
Zusammen mit seinem treuen Freund Turtle sucht er das Abenteuer in Appalachia – erkundet Örtlichkeiten, bekämpft Gegner und dokumentiert alles unterwegs Entdeckte in Illustrationen und Notizen.
Während der Zeit im Vault wurde Shias gleichnamiger weiblicher Charakter von der Sicherheitsabteilung zur Arbeit in der Abwasser- und Abfallentsorgung degradiert. „Sie ist nicht die einsame oder einzige Überlebende, die Botin oder Auserwählte, sondern eher die Sorte NPC, die man nie trifft, deren Notizen und Tagebücher aber überall verstreut sind. Diese Hinterlassenschaften sind zwar nur zu vielleicht 20 Prozent hilfreich, sollen dem Ganzen aber mehr Flair geben und die Sache spaßiger machen“, sagt der Spieler hinter der Figur.
Im wahren Leben ist Shia ein Grafiker, der die letzten zwei Jahre von Fallout 76 damit verbracht hat, wunderschöne und kreative Illustrationen seiner digitalen Abenteuer in Appalachia anzufertigen. Er hat seine Artworks in drei verschiedenen Büchern zusammengefasst – sie tragen die Titel The Vault Dweller Journal, Watoga Technical Manual und Bestiary.
„Zunächst war das eine Art des Rollenspiels mit meinem Freund Turtle, mit dem ich Fallout 76 spielte. Es gab ja nicht wirklich ein Text-Interface zum Chatten mit den Leuten“, sagt Shia. „Die Fallout-Spiele machen viel Spaß, weil sie auf Orten basieren, die man im echten Leben besuchen kann – wenn man so will – und wir mochten die Idee, eine Art Lewis-und-Clark-Expedition durch das Ödland zu unternehmen. Und ich LIEBTE den Gedanken, meine eigenen Geschichten eines Händlers aus Junktown zu schreiben, oder einen Ödland-Überlebensführer mit eigenen Abenteuern und Beobachtungen aus der Sicht des Charakters.“
Und das tat er dann auch! Shia füllte die Seiten jedes Buchs mit interessanten und fesselnden Illustrationen und nutzte dabei klassische wie digitale Medien. „Bei den Malereien handelt es sich gewöhnlich um Tinte und verschiedene Varianten von Kaffee und Wasser (manchmal mit Salz), um unterschiedliche Effekte zu erzielen. Wenn es sich um eine Tagebuchseite handelt, dann scanne ich die meist anschließend und trickse ein bisschen mit Photoshop, damit sie wie ein altes Stück Papier aussieht, und dann kritzle ich digital Sachen drüber und füge Texte hinzu.“
Shia hatte Jahre Zeit, um seine Kunst zu dem zu perfektionieren, was sie heute ist. „Seit meiner Kindheit male ich auf allem möglichen, und meine Eltern kauften mir schließlich große Rollen Einschlagapier, damit ich nicht auf Sachen herumkritzle, an denen ihnen etwas lag.“
Beim Aufwachsen hatte Shias Vater einen großen Einfluss auf dessen Liebe zur Kunst. „Er versuchte eine Zeit lang, sich seinen Lebensunterhalt mit Kalligrafie zu verdienen und hatte dadurch immer interessanten Künstlerbedarf zur Hand“, erzählt Shia und fügt hinzu: „Ich verwende heute noch einen seiner alten Korkfüller.“
Shia schwelgt weiter in Erinnerungen: „Er nahm immer seine Wasserfarben mit, wenn wir zum Zelten gingen, und er malte Landschaften. Und wir besuchten gemeinsam ein paar Kunstkurse. Danach hat mich vieles inspiriert, zum Beispiel Yoshitaka Amano (den ich durch die Anleitung von Final Fantasy 6 kennenlernte), Fred Perry und diverse Videospiele (vornehmlich Rollenspiele).“
Im College erwarb Shia einen Abschluss in Kunst und einen Bachelor in Grafikdesign, was ihm half, in die digitale Arbeit einzusteigen. Shia verwendete Photoshop, aber nach einem Tablet-Upgrade nutzt er nun SAI, Clip Studio und Gimp für seine grafischen Arbeiten. Shia bevorzugt allerdings eine Mixtur aus klassisch und digital. „Beide haben ihre Stärken. Ich mochte allerdings immer Wasserfarben, und die letzten paar Jahre habe ich herausgefunden, dass ich es wirklich mag, mit Tinte herumzusauen und Sachen wie Kaffee hinzuzufügen, oder Salz, das ich über feuchte Farbe streue. Ich liebe den Komfort digitaler Kunst, aber es ist immer schön, ein echtes Stück Papier statt nur Elektronen zu haben. Auch wenn ich gar nicht sagen kann, wie oft ich auf Papier malte und dachte: ‚Oh Mist, diese Linie ist nicht ideal, Strg + Z ... Oh.‘“

Artworkprojekte von Shia können an einem Tag fertig werden oder sich über ein halbes Jahr ziehen. „Normalerweise habe ich stets eine Handvoll Ideen, mit denen ich im Kopf herumspiele. Manchmal mag ich eine Idee so sehr, dass ich sie an einem Tag umsetze (so wie das erste Kunst-Tagebuch-Ding, das sich in den Eine-Zeichnung-pro-Tag-Marathon verwandelte). Manchmal spreche ich mit meinem Freund Turtle und wir werfen Konzepte und Gedanken hin und her, oder ich leg eine Idee erstmal beiseite und nehme sie wieder auf, wenn mir etwas einfällt, das ich hinzufügen kann.“
Shia findet in verschiedensten Quellen Inspiration, von Comics, Anime, Videospielen, klassischer Kunst bis zur Natur. Manchmal treffen diese Inspirationsschübe auf Obsessionen, die zu neuen Hobbys und Entdeckungen führen. „Ich vergnügte mich eine Weile mit Fallout New Vegas und realisierte, dass das in meiner Nähe spielt und ich diese Orte in der Realität besuchen kann. Das führte zu ein paar Camping-Trips, die mich einige schräge Wüstenradiostationen finden ließen, die ich mochte, und eine Podcast/Radioshow namens ‚Desert Oracle‘. Mein Hass auf die Wüste wandelte sich – ich malte sie ohne Ende, liebte es, in ihr zu campen, und wollte dort plötzlich einen Comic machen.“
Auch Spiele-Communitys waren immer eine bedeutende Quelle der Inspiration für Shia. „Besonders Fallout besitzt eine große Gefolgschaft, mit Leuten wie der Reddit-Gruppe fo76filthycasuals, Podcasts wie Chad the Fallout Story oder West Vault Radio, oder – wenn du dich durch jede Menge Hintergrundgeschichte inspirieren lassen willst – die Shodycast-Storyteller-Sachen“, sagt Shia. Für einige dieser Communitys wie den Chad-Podcast hat er auch Artworks gemacht.

Bezüglich bevorzugter Motive gibt es kein bestimmtes, das Shias kreativen Geist fesseln würde. „In jüngster Zeit geht es bei mir hin und her zwischen unheimlichen Tintenzeichnungen und -Malereien und supersüßen kleinen Chibi-Kritzeleien. Wenn ich ein Lieblingsmotiv beim Zeichnen hätte, dann würde es sich wahrscheinlich um äußerst verwirrende Dinge handeln wie liebenswerten Horror oder nette Leute mit entsetzlichem Äußeren. Ich bin auch großer Fan von Alice im Wunderland, Kryptiden, dem Joshua-Tree-Park, Horror und Zombies und Videospielzeugs.“

Wir haben Shia nach seinem bevorzugten Teil des künstlerischen Prozesses gefragt. „Herauszufinden, was funktioniert, was gut aussieht. Manchmal hast du das sofort und bist von deinem ersten Versuch beeindruckt. Manchmal musst du mit einer Idee spielen und herausfinden, wie sie auf unterschiedlichen Medien, in einem anderen Stil oder mit einer anderen Farbpalette aussieht. Am liebsten hab ich wohl das Endresultat, wenn ich fertig bin und das vollendete Produkt in meinen Händen halte oder auf dem Bildschirm sehe, und dann mein geistiger Nebenquest-Tracker das abhakt und ich mich auf die nächsten Dinge konzentrieren kann.“
Von allen Artworks, die Shia im Lauf der Jahre angefertigt hat, ist das West Virginia Bestiary letztlich sein Liebling. „Mir gefallen die abgenutzten braunen Papiertexturen sehr und die D&D-Monster-Manual-mäßigen Illustrationen und all die zugehörigen Kritzeleien außenrum.“

Mit so viel Inspiration und Artworks, die bereits umgesetzt sind, muss es doch irgendeine Form von Struktur für Shia geben, die ihm bei der Entscheidung hilft, was er als nächstes malen soll. „Der Großteil meiner Arbeit dreht sich immer um ein Projekt, auf das ich mich zu konzentrieren beschlossen habe, so wie den Inktober. Wenn ich nämlich ohne Planung zu Hause hocke und nachdenke, was ich am jeweiligen Tag tun will, dann bekomme ich nichts gebacken.“ In letzter Zeit hat sich Shia mit vielen Tagebuch- und Buchprojekten beschäftigt und sich dabei immer eine Anzahl von Seiten vorgenommen, die in einer Woche fertiggestellt werden sollen. Allerdings zwingt er sich nicht dazu, immer nur an einem Projekt gleichzeitig zu arbeiten. „Wenn zwischendrin etwas mein Interesse weckt, beispielsweise dass ich plötzlich süße Chibi-Versionen von Wüstentieren oder Horrorgemälde von Kryptiden zeichnen will, dann lass ich mich einfach treiben.“

Mit der bevorstehenden Rückkehr der Stählernen Bruderschaft am 1. Dezember wird Shia seinen Überlebensbüchern jede Menge neuer Sachen hinzufügen dürfen. Bis dahin hat er einen Ratschlag für alle angehenden Künstler da draußen: „Mein bester Tipp wäre, viel zu üben. Beim Zeichnen besser zu werden, läuft so ähnlich wie Sport machen und in Form kommen. Man wird besser, wenn man eine bestimmte Menge Zeit pro Tag darauf verwendet und jede Menge übt. Viel zu zeichnen und Bilder zu studieren, kann nicht schaden.“
Danke noch mal für das Gespräch mit uns, Shia. Wir können's kaum erwarten, mehr von deinen Schöpfungen zu Gesicht zu bekommen.
Mehr von Shias Kunst findet ihr auf Twitter und Deviant Art.
Wollt ihr jemand Bestimmtes in unserem nächsten Community-Spotlight sehen? Dann kommt doch in den offiziellen Fallout-Foren vorbei und erzählt uns was über diese Person. Bis dann, wie sehen uns nächsten Monat!